Barcodes + Strichcodes im Detail – normkonform, scanbar, industrietauglich
Industriekennzeichung | Klare Daten, schnelle Scans, sichere Prozesse.
Einsatzzwecke & Inhalte
- Produktkennzeichnung, Wareneingang/-ausgang, interne Logistik, Lagerorte
- Serien- & Chargennummern, Artikel-/Variantenkennungen, Produktions- & Prüfdaten
- GS1-Anwendungen (z. B. GTIN/EAN, SSCC, MHD, Los/Charge), ITF-14 für Umverpackungen
- Kombination mit Klartext (Human Readable Interpretation, HRI) und Typenschilddaten
Normen, Code-Typen & Lesbarkeit
- Qualitätsprüfung 1D: nach ISO/IEC 15416 (Grading A–F).
- Häufige Code-Typen: Code 128 / GS1-128, Code 39, EAN-13/8, UPC-A/E, ITF-14, Codabar, Pharmacode.
- GS1-Vorgaben: korrekte AI-Struktur (Application Identifiers), HRI, Trennzeichen (FNC1).
- Kontrast: hoher Hell-/Dunkelkontrast; reflexionsarme, matte Flächen bevorzugen.
- Druckausrichtung: Picket Fence (vertikale Balken) bevorzugt; Ladder nur bei Platzmangel.
Geometrie, Quiet-Zone & X-Dimension
- Quiet-Zone: links/rechts ≥ 10×X-Dimension (oder nach Standardvorgabe); frei von Bohrungen/Kanten.
- X-Dimension (Strichbreite): nach Scanner/Abstand wählen; typische Richtwerte 0,20–0,33 mm (Industrie).
- Höhe (Bar Height): ausreichend für zuverlässiges Scannen; bei GS1 i. d. R. ≥ 15 % der Strichlänge.
- Verzerrungen vermeiden: keine Skalierung nur in einer Richtung; Verhältnis beibehalten.
Materialien & Oberflächen
Wir testen jedes Material auf Kontrast, Auflösung und Beständigkeit.
- Metalle: Edelstahl (inkl. Schwarzmarkierung), Stahl, eloxiertes Aluminium, Messing*
- Kunststoffe: ABS, PC, PA6/PA12, POM/Delrin, PETG, PMMA, laseradditivierte Compounds
- Beschichtungen: Lack, Pulverbeschichtung, Eloxal/Harteloxal
- Etiketten/Laminate: Industrie-Folien (Polyester/Polycarbonat) mit Hochleistungskleber
*Hochreflektive Legierungen nach Machbarkeitsprüfung.
Markierverfahren & Ausführung
- Laserbeschriftung (Anlass/Farbänderung): feine Strichauflösung, keine fühlbare Vertiefung.
- Lasergravur (tief): taktile Vertiefung, sehr robust; ggf. größere X-Dimension erforderlich.
- Schwarzmarkierung auf Edelstahl: tiefschwarzer Kontrast ohne Materialabtrag.
- Druck/Label: UV-/Thermotransfer auf Industrieetiketten, optional laminiert.
- Finish: Kanten entgratet, Schutzfolien, Oberflächenreinigung für maximale Scanbarkeit.
Ablauf – von der Anfrage bis zur Serie
- Beratung & Auswahl: Code-Typ (z. B. GS1-128/EAN-13), X-Dimension, Höhe, Quiet-Zone, Platzierung.
- Datencheck & Layout: Validierung von Inhalten (z. B. GTIN/AI-Struktur), HRI, Prüfziffern.
- Muster/Freigabe: Markierung auf Originalmaterial/Etikett; Scan- und Lesetests.
- Serienprozess: Aufnahmen/Schablonen, feste Laserparameter, standardisierte Prüfzyklen.
- Qualitätssicherung: Sicht-/Kontrastprüfung, optional Verifikation nach ISO/IEC 15416 (Grading).
- Verpackung & Versand: sorten- & chargenrein, etikettiert, mit Traceability-Angaben.
Daten & Dateiformate
- Variablen/Serien: CSV/XLSX oder API-Export (Feldnamen, Prüfziffern, Führungsnullen).
- GS1-Daten: AI-Codierung, FNC1, feste Feldlängen/Trennzeichen definieren.
- Grafiken/Logos: SVG, PDF/X, AI, EPS (Schriften in Pfade), wenn Kombi mit Typenschild.
- Mechanik/Position: Zeichnung/Foto mit Markierfenster, Toleranzen, Referenzkanten.
Qualitätssicherung & Verifikation
- Versionsgesicherte Layouts und gesperrte Prozessparameter für Serien.
- Automatisierte Serien-/Chargenläufe, Zeitstempel & Linien-IDs.
- Optional Verifikationsreport (ISO/IEC 15416) inkl. Kontrast, Decodability, Modulation, Defekte, Ränder.
- Dokumentation: Prüfprotokolle, Bilder, Material-/Chargenbezug für Traceability.
Losgrößen, Takt & Logistik
- Losgrößen: Muster bis Großserie; Skalierung über Mehrfachaufnahmen/Vorrichtungen.
- Taktzeiten: abhängig von X-Dimension, Höhe, Material & Oberfläche.
- Wareneingang/Verpackung: bauteilschonend, etikettiert, FIFO/Charge; kundenspezifische Gebinde.
Best Practices
- Frühzeitig Platzbedarf, X-Dimension, Höhe und Quiet-Zone einplanen.
- Matte, homogene Untergründe bevorzugen; Spiegelungen und Bürstrichtungen quer zu den Strichen vermeiden.
- GS1: AI-Struktur/HRI korrekt, FNC1 einsetzen; Prüfziffern validieren.
- Muster auf Originalmaterial scannen; danach Parameter einfrieren.
Häufige Fragen (kurz)
Welcher Code-Typ ist für interne Logistik am flexibelsten?
Code 128 bzw. GS1-128 bietet hohe Datendichte, Prüfziffern und breite Scanner-Unterstützung – ideal für variable Inhalte.
Wie klein darf die X-Dimension sein?
Richtwert Industrie: 0,20–0,33 mm, abhängig von Scanner, Leseabstand, Oberfläche. Für robuste Prozesse lieber größer wählen.
Ist eine Quiet-Zone zwingend?
Ja. Fehlende Quiet-Zones sind eine der häufigsten Ursachen für schlechte Lesbarkeit und fallen in Verifikationen negativ auf.
Anfrage für Barcodes & Strichcodes
Senden Sie uns Material, Stückzahlen, Einbausituation, gewünschten Code-Typ (z. B. GS1-128/EAN-13), HRI-Vorgaben sowie Skizzen/Zeichnungen mit geplanter Position. Auf Wunsch erstellen wir kurzfristig ein Funktionsmuster.


